Elektriker-Notdienst: Kosten 2026 mit Nacht-, Wochenend- und Feiertagszuschlägen

Aktuelle Preise, konkrete Kostenfaktoren und praktische Rechenbeispiele für Elektriker im Überblick.

Frederic Brandenstein

Geschrieben von Frederic Brandenstein

Staff Writer

Aktualisiert 14. Aug. 2026

Elektriker-Notdienst: Kosten 2026 auf einen Blick
  • Ein Notdienst-Einsatz kostet werktags tagsüber meist 150 bis 250 €. Nachts, am Wochenende und an Feiertagen liegen Preisorientierungen häufig bei 250 bis 400 €.

  • Zuschläge und Zeitfenster legt jeder Betrieb selbst fest. Die genannten 25 bis 150 % sind Marktbeispiele, keine gesetzlichen Standard- oder Höchstwerte. Kläre vor der Anfahrt den Gesamtpreis oder die Berechnungsgrundlage.

  • Warten spart nur, wenn keine Gefahr besteht. Bei Rauch, Feuer oder einer akuten Verletzung gilt 112. Bei Schmorgeruch, Funken, Hitze, Feuchtigkeit an der Elektrik oder wiederholt auslösenden Schutzschaltern lässt du die Anlage ausgeschaltet und holst fachliche Hilfe.

Ein Elektriker-Notdienst kostet werktags tagsüber meist 150 bis 250 € pro Einsatz. Nachts, am Wochenende und an Feiertagen sind häufig 250 bis 400 € fällig. Das sind Preisorientierungen, keine verbindlichen Tarife. Zuschläge, Mindestzeit, Anfahrt, Material und Abrechnungstakt unterscheiden sich je Betrieb. Dieser Guide zeigt dir, welche Kostenbestandteile du vor der Beauftragung klärst, wer in der Mietwohnung zahlen kann und wie du bei einer elektrischen Störung sicher handelst.

Was kostet ein Elektriker-Notdienst? Preise 2026 im Überblick

Ein typischer Notdienst-Einsatz mit Anfahrt und einer Stunde Arbeitszeit kostet je nach Uhrzeit etwa 150 bis 400 €. Aufwendige Fehlersuche und Material können die Rechnung auf 500 € oder mehr erhöhen. Die Tabelle fasst beobachtete Preisorientierungen zusammen. Maßgeblich sind immer das konkrete Angebot, die vereinbarten Zuschläge und der tatsächliche Aufwand.

EinsatzzeitPreisorientierung für 1 Stunde inkl. AnfahrtStundenorientierung

Werktag tagsüber (7–18 Uhr)

150–250 €

80–120 €

Werktag abends (18–22 Uhr)

200–300 €

100–150 €

Nacht (22–7 Uhr)

250–400 €

120–200 €

Samstag

200–350 €

100–170 €

Sonn- und Feiertag

250–400 €

130–200 €

Stundensatz im Notdienst: 100 bis 200 € pro Stunde

Im Notdienst liegen Stundenpreise häufig bei 100 bis 200 €, während geplante Werktagstermine oft 50 bis 90 € kosten. Bereitschaft, kurzfristige Verfügbarkeit und ungünstige Einsatzzeiten können den Preis erhöhen. Einen allgemeinen gesetzlichen Höchstpreis für den Stunden- oder Zeitzuschlag gibt es nicht. Entscheidend ist, dass dir Preis, Zuschlag, Anfahrt und Abrechnungstakt vor der Beauftragung nachvollziehbar genannt werden.

Diese Posten stehen auf der Rechnung

Bitte vor der Beauftragung um eine schriftliche oder zumindest klar bestätigte Preisgrundlage. Eine nachvollziehbare Rechnung trennt idealerweise Anfahrt, Arbeitszeit, Zuschlag und Material und nennt den Leistungszeitraum. Eine Pauschale ist nicht automatisch unzulässig, sollte aber vorab vereinbart und inhaltlich verständlich sein. Bei Unklarheiten lässt du dir die Berechnung erläutern, bevor du zahlst.

Zuschläge nach Uhrzeit: Abend, Nacht, Wochenende und Feiertag

Die Zuschläge in der folgenden Tabelle sind Rechen- und Marktbeispiele. Häufig werden für Abend, Nacht, Samstag, Sonn- oder Feiertag unterschiedliche Sätze vereinbart. Weder die Zeitfenster noch Prozentsätze sind allgemein gesetzlich festgelegt. Frage deshalb am Telefon nach dem aktuell geltenden Zuschlag, dem Basispreis und danach, worauf der Zuschlag angewendet wird.

ZeitfensterBeispielhafte ZuschlagsorientierungRechenbeispiel bei 70 € Basis

Werktag 7–18 Uhr

0 %

70 €

Abend 18–22 Uhr

25–50 %

88–105 €

Nacht 22–7 Uhr

50–100 %

105–140 €

Samstag

50–100 %

105–140 €

Sonn- und Feiertag

75–150 %

123–175 €

So rechnest du den Zuschlag auf den Stundensatz um

Die Beispielrechnung lautet: Basissatz mal Zuschlagsfaktor. Aus 70 € werden mit 50 % Zuschlag 105 € und mit 100 % Zuschlag 140 €. Welcher Satz gilt, richtet sich nach der Vereinbarung mit dem Betrieb. Notiere Anruf, Ankunft und Ende der Arbeiten. So kannst du eine zeitabhängige Abrechnung später nachvollziehen.

Samstags-, Sonntags- und Feiertagspreise vergleichen

Samstags-, Sonntags- und Feiertagspreise unterscheiden sich von Betrieb zu Betrieb. Die Tabelle zeigt deshalb nur Marktbeispiele, keine rechtlich vorgegebene Rangfolge. Ist eine Störung ungefährlich und kann die Anlage sicher ausgeschaltet bleiben, kann ein regulärer Termin günstiger sein. Besteht eine Gefahr, hat die sofortige Absicherung Vorrang vor dem Preis.

Anfahrt, Mindestzeit und Material: Diese Kosten kommen dazu

Neben der Arbeitszeit beeinflussen Anfahrt, Mindestabrechnung, Material und Messaufwand die Endsumme. Auch diese Werte sind Orientierungen. Kläre jeden Posten vor der Anfahrt, soweit das in der Situation möglich ist.

PostenPreisorientierung im Notdienst

Anfahrtspauschale Stadt

30–60 €

Anfahrtspauschale Land

50–120 € oder 0,50–1,50 € pro Kilometer

Mindestabrechnung

häufig 1 Stunde, je nach Angebot

Sicherungsautomat (Material)

10–30 €

FI-Schutzschalter (Material)

30–80 €

Diagnose und Messung

je nach Angebot in der Arbeitszeit oder separat

Anfahrtskosten: Pauschale oder Kilometerpreis

In Städten werden häufig Anfahrtspauschalen von 30 bis 60 € angeboten. Auf dem Land können 50 bis 120 € oder eine Kilometerabrechnung hinzukommen. Eine hohe Anfahrt ist nicht allein ein Beweis für einen unseriösen Anbieter. Entscheidend sind tatsächlicher Startort, Entfernung, Einsatzzeit und die vorab genannte Berechnung.

Mindestzeit und Taktung der Abrechnung

Viele Notdienste vereinbaren eine Mindestzeit, häufig eine Stunde, und rechnen danach in 15- oder 30-Minuten-Schritten ab. Das ist keine allgemeine Regel. Frage nach Mindestzeit und Taktung, bevor der Betrieb losfährt. Material wird je nach Angebot separat oder als Bestandteil einer Pauschale berechnet.

Kostenbeispiele: Das zahlst du für typische Elektro-Notfälle

Zu häufigen Einsätzen gehören die Fehlersuche bei auslösenden Sicherungen oder FI-Schaltern, ein Stromausfall in der Wohnung und die Reparatur eines angebohrten Kabels. Die folgenden Bereiche sind Preisorientierungen und ersetzen kein konkretes Angebot.

StörungPreisorientierung werktags tagsüberPreisorientierung nachts/wochenends

Sicherung defekt, Austausch

120–180 €

180–280 €

FI-Schalter löst aus, Fehlersuche

150–300 €

250–450 €

Stromausfall Wohnung, Diagnose und Behebung

150–350 €

250–500 €

Angebohrtes Kabel reparieren

200–450 €

300–600 €

Beispielrechnung: Stromausfall am Sonntagabend

Sonntag, 20 Uhr: In der halben Wohnung ist der Strom ausgefallen und der FI-Schalter löst nach einem einmaligen Wiedereinschaltversuch erneut aus. Der Elektriker misst die Anlage, findet einen defekten FI-Schutzschalter und ersetzt ihn. Die Beispielrechnung lautet:

  • Anfahrtspauschale Sonntag: 60 €
  • 1,5 Stunden Arbeitszeit à 140 € (70 € Basissatz plus 100 % Sonntagszuschlag): 210 €
  • Neuer FI-Schutzschalter (Material): 50 €
  • Gesamtkosten: 320 €

60 € Anfahrt plus 210 € für 1,5 Stunden Arbeit plus 50 € Material ergeben 320 €. Das liegt innerhalb der Preisorientierung für einen Sonntagabend, beweist aber nicht automatisch, dass jedes Angebot in dieser Höhe angemessen ist. Entscheidend sind Vereinbarung, Aufwand und nachvollziehbare Rechnung.

Wenn Sicherung oder FI wiederholt auslösen: Ursache prüfen lassen

Wiederholt auslösende Schutzschalter können viele Ursachen haben, etwa ein defektes Gerät, Feuchtigkeit, eine beschädigte Leitung, Überlastung oder einen Fehler im Verteiler. Lass die Anlage messen, statt den Schalter mehrfach wieder einzuschalten. Zeigt die Diagnose grundlegenden Sanierungsbedarf, hilft dir unser Ratgeber zu den Kosten für die Erneuerung der Elektrik bei der Planung.

Mieter oder Vermieter: Wer zahlt den Elektriker-Notdienst?

Bei Defekten an der festen Elektroinstallation ist grundsätzlich der Vermieter für die Instandhaltung zuständig. Ob er die Notdienstkosten trägt oder erstatten muss, hängt jedoch von Ursache, Dringlichkeit, vorheriger Meldung und den Umständen der Beauftragung ab. Für selbst verursachte Schäden oder eigene defekte Geräte kann der Mieter verantwortlich sein.

SituationTypische Kostenzuordnung

Defekt an der Hauselektrik (Leitungen, Sicherungskasten)

grundsätzlich Vermieter, abhängig von Ursache und Umständen

Vom Mieter verursachter Schaden (z. B. angebohrtes Kabel)

Mieter bei eigener Verantwortlichkeit

Defektes eigenes Gerät (Waschmaschine, Lampe, Herd)

Eigentümer des Geräts, Versicherung nur nach Vertrag

Notfall mit Gefahr, Vermieter nicht erreichbar

Erstattung nur unter den Voraussetzungen des § 536a BGB

Wann der Vermieter die Kosten trägt

Leitungen, Steckdosen, Schalter, Verteiler und FI-Schutzschalter gehören regelmäßig zur festen Elektroinstallation. Bei einem Defekt trägt der Vermieter die erforderlichen Instandhaltungskosten grundsätzlich, sofern der Mieter den Schaden nicht zu vertreten hat. Ob auch ein selbst beauftragter Notdienst vollständig erstattet wird, hängt von den gesetzlichen Voraussetzungen und dem Einzelfall ab.

Wann du als Mieter selbst zahlst

Hast du etwa beim Bohren eine Leitung beschädigt, können dir Reparaturkosten zugerechnet werden. Bei einem verdächtigen eigenen Gerät ziehst du nur frei zugängliche, trockene und unbeschädigte Stecker, ohne Abdeckungen zu öffnen oder Leitungen zu berühren. Bleibt der FI nach einem einzigen sicheren Wiedereinschaltversuch nicht eingeschaltet, lässt du ihn aus und rufst eine Elektrofachkraft. Daraus lässt sich ohne Messung nicht sicher ableiten, welches Gerät oder Bauteil die Ursache ist.

Richtig vorgehen: erst Vermieter anrufen, dann Notdienst

Melde einen Defekt an der festen Elektroinstallation zuerst dem Vermieter oder der Hausverwaltung und nutze vorhandene Notfallnummern. Nach § 536a Abs. 2 BGB kann ein Mieter notwendige Kosten insbesondere verlangen, wenn der Vermieter mit der Beseitigung in Verzug ist oder sofortiges Handeln zur Erhaltung oder Wiederherstellung der Mietsache nötig ist. Dokumentiere Störung, Anrufversuche, Uhrzeiten, Fotos und Rechnung. Eine Erstattung ist dennoch eine Einzelfallfrage.

Abzocke erkennen: So findest du einen seriösen Elektriker-Notdienst

Bei Notdiensten zählen nachvollziehbarer Firmenname und Startort, klare Preisangaben sowie eine dokumentierte Beauftragung. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, schon am Telefon Gesamtpreis oder Berechnungsgrundlage und den tatsächlichen Firmensitz zu klären. Unklare Vermittlung, Preisdruck oder eine Fahrt zum Geldautomaten sind Warnsignale.

Diese Warnsignale sprechen für Abzocke

  • Keine Preisauskunft am Telefon, auch nicht zum Stundensatz oder zur Anfahrt
  • Keine nachvollziehbare Auskunft zu Anfahrt oder tatsächlichem Startort
  • Drängen auf sofortige Barzahlung, oft mit Begleitung zum Geldautomaten
  • Keine nachvollziehbare Firmenanschrift oder unklare Vermittlerrolle
  • Nicht vereinbarte Pauschalsumme ohne nachvollziehbare Leistungsbeschreibung

Das fragst du am Telefon, bevor jemand losfährt

  • Wie hoch ist der Stundensatz und welcher Zuschlag gilt zur aktuellen Uhrzeit?
  • Was kostet die Anfahrt, pauschal oder pro Kilometer?
  • Wird eine Mindestzeit berechnet und in welchem Takt läuft die Abrechnung danach?
  • Von wo fährt der Monteur los und wann ist er da?
  • Bekomme ich eine Rechnung mit getrennt ausgewiesenen Posten?

Notiere die Antworten und den Namen des Betriebs. Über Listando kannst du in einem ruhigen Moment passende Elektriker aus deiner Region vergleichen und einen Kontakt für den Bedarfsfall speichern. Für Arbeiten an der festen Anlage solltest du nach einem eingetragenen Installationsunternehmen fragen. § 13 NAV begrenzt Arbeiten an der elektrischen Anlage hinter der Hausanschlusssicherung grundsätzlich auf den Netzbetreiber oder ein in dessen Installateurverzeichnis eingetragenes Unternehmen. Für bestimmte Instandhaltungsarbeiten enthält die Vorschrift eine Ausnahme.

Notdienst-Kosten senken: praktische Maßnahmen

Der größte mögliche Preishebel ist der Zeitpunkt, aber nur wenn Warten sicher ist. Ohne Gefahr kann ein regulärer Termin günstiger sein als der sofortige Notdienst. Die Tabelle zeigt Beispielrechnungen, keine garantierte Ersparnis.

BeispielszenarioNotdienst sofortRegulärer TerminMöglicher Unterschied

FI-Fehlersuche am Sonntagabend

320 €

140 €

180 €

Sicherungstausch in der Nacht

220 €

100 €

120 €

Störung am Freitagabend, Behebung Montagvormittag

250–400 €

140–180 €

bis 250 €

Wann ein regulärer Termin infrage kommt

Ob eine Störung warten kann, lässt sich aus der Ferne nicht zuverlässig entscheiden. Bei Schmorgeruch, Funken, Hitze, Rauch, Feuchtigkeit an elektrischen Teilen, einem Stromschlag oder wiederholt auslösenden Schutzschaltern bleibt der betroffene Stromkreis ausgeschaltet und eine Elektrofachkraft wird kontaktiert. Bei Rauch, Feuer oder einer akuten Verletzung rufst du 112. Bei einem großflächigen Ausfall ist der örtliche Netzbetreiber zuständig. Nur wenn sicher keine Gefahr und keine kritische Versorgung betroffen ist, kommt ein regulärer Termin infrage.

Sichere erste Schritte vor dem Anruf

Entferne keine Abdeckung und berühre keine Leitungen. Mit trockenen Händen kannst du am geschlossenen Verteiler nur von außen prüfen, ob ein bedienbarer Sicherungsautomat oder FI-Schalter ausgelöst hat. Schalte ihn höchstens einmal wieder ein. Löst er erneut aus, bleibt er ausgeschaltet. Ziehe ausschließlich frei zugängliche, trockene und unbeschädigte Geräte aus der Steckdose. Bei einem Ausfall im gesamten Gebäude oder Straßenzug kontaktierst du den örtlichen Netzbetreiber.

20 % der Arbeitskosten über die Steuer zurückholen

Ein Notdienst in der selbst genutzten Wohnung kann unter die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen nach § 35a EStG fallen. Begünstigt sind grundsätzlich 20 % der Arbeitskosten bis zum gesetzlichen Höchstbetrag von 1.200 € pro Jahr. Nach dem BMF-Anwendungsschreiben können auch in Rechnung gestellte Maschinen- und Fahrtkosten dazugehören, Materialkosten dagegen nicht. Rechnung und unbare Zahlung auf das Konto des Betriebs sind erforderlich. Bei 270 € begünstigten Arbeits- und Fahrtkosten beträgt die mögliche Ermäßigung 54 €. Ob dein Einsatz anerkannt wird, hängt von den gesetzlichen Voraussetzungen ab. Planbare Arbeiten gehören nicht in den Notdienst. Mehr dazu findest du in unserem Ratgeber zu den Kosten für den Herd-Anschluss .

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Frederic Brandenstein

Geschrieben von Frederic Brandenstein

Staff Writer

Frederic bereichert Listando als Copywriter mit seiner Expertise in Preisfragen und schreibt begeistert über Themen wie Auto, Garten & Handwerk sowie Haus & Bau. Mit einem fundierten juristischen Hintergrund ist er auch ein Ass in Sachen Gesetze. In seiner Freizeit erkundet Frederic gerne die Natur, um neue Inspiration für seine informativen Artikel zu sammeln.