Elektroheizung Kosten für 100 qm 2026: Anschaffung, Montage und Betrieb im Überblick

Aktuelle Preise, konkrete Kostenfaktoren und praktische Rechenbeispiele für Elektriker im Überblick.

Frederic Brandenstein

Geschrieben von Frederic Brandenstein

Staff Writer

Aktualisiert 2. Okt. 2026

Elektroheizung Kosten für 100 qm auf einen Blick:
  • Anschaffung: In unseren zwei 100-qm-Beispielen setzen wir 3.500 beziehungsweise 4.800 € für die Geräte an. Als Preisbeispiel nennt ein Hersteller für Infrarotpaneele einer Serie 299 bis 599 € brutto, je nach Leistung.

  • Betrieb: Bei angenommenen 37 Cent pro kWh und 6.000 bis 12.000 kWh Jahresverbrauch ergeben sich 2.220 bis 4.440 € Heizstromkosten pro Jahr. Der tatsächliche Verbrauch hängt unter anderem von Dämmung, Wetter und Nutzung ab.

  • Montage: Die beiden Beispielbudgets enthalten 900 beziehungsweise 1.100 € für Anschluss, Montage, Material und Thermostate. Neue Stromkreise oder ein Umbau des Verteilers sind darin nicht enthalten.

Eine Elektroheizung für 100 qm kostet in unseren beiden Beispielen 3.500 beziehungsweise 4.800 € für die Geräte. Die Montage durch den Elektriker schlägt mit 900 beziehungsweise 1.100 € zu Buche. Bei einem angenommenen Arbeitspreis von 37 Cent pro kWh ergeben sich 2.220 beziehungsweise 3.700 € Heizstromkosten pro Jahr. Gegenüber einer Wärmepumpe kann die Anschaffung günstiger sein, während die Stromkosten bei gleichem Wärmebedarf höher ausfallen. Dieser Ratgeber schlüsselt die Gerätepreise nach Heizungsart auf, rechnet zwei 100-qm-Szenarien durch und zeigt, mit welchen Hebeln du Anschaffung und Stromrechnung senkst.

Was kostet eine Elektroheizung für 100 qm? Der Kostenüberblick

Die kurze Antwort: In den zwei 100-qm-Beispielen dieses Ratgebers stehen 3.500 beziehungsweise 4.800 € für Geräte, 900 beziehungsweise 1.100 € für Montage und Thermostate sowie 2.220 beziehungsweise 3.700 € für den jährlichen Heizstrom. Das sind offengelegte Rechenannahmen, keine bundesweiten Durchschnittspreise oder garantierten Angebote. Alle Eurobeträge sind brutto. Die Beispiele betreffen nur Raumheizung: Warmwasser, Haushaltsstrom, zusätzliche Zähler- oder Grundpreise und Arbeiten an Stromkreisen und Verteiler kommen bei Bedarf hinzu. Gemeint sind elektrische Direkt- und Speicherheizungen, nicht Wärmepumpen.

KostenblockModellbudgets bzw. RechenergebnisKurzkommentar

Anschaffung Geräte für 100 qm

3.500 bzw. 4.800 €

Geräteannahmen der beiden Beispiele

Montage durch den Elektriker

900 bzw. 1.100 €

fünf Räume, sechs Geräte, einschließlich Material

Stromkosten pro Jahr

2.220–4.440 € rechnerisch

6.000–12.000 kWh × angenommene 37 ct/kWh

Diese Verteilung ist typisch für Stromdirektheizungen: Einer vergleichsweise einfachen Installation können hohe laufende Stromkosten gegenüberstehen. Bei angenommenen 12.000 kWh pro Jahr und konstant 37 Cent pro kWh hast du nach fünf Jahren mehr Geld in Strom gesteckt, als die beiden Modellanlagen in der Anschaffung und Montage kosten: 22.200 €. Ob sich das System für dich rechnet, hängt deshalb stark vom Wärmebedarf, Tarif und Nutzungsprofil ab. Dazu später zwei durchgerechnete Beispiele.

Anschaffungskosten nach Heizungsart: von Infrarot bis Flächenspeicher

Bevor du Geräte aussuchst, brauchst du die richtige Leistung. Lass die Heizlast raumweise berechnen; allein die Wohnfläche oder das Baujahr reichen dafür nicht. Nur zur Veranschaulichung: Ein angenommener Leistungsbedarf von 60 bis 100 Watt pro Quadratmeter entspräche bei 100 qm insgesamt 6.000 bis 10.000 Watt. Das ist keine Auslegungsempfehlung. Anzahl und Leistung der Paneele richten sich nach den einzelnen Räumen, ihrer Lage und den verfügbaren Montageflächen. Mit einem passenden Geräteplan kannst du die Einzelpreise in Gesamtkosten übersetzen.

HeizungsartGerätepreis: belegtes Beispiel oder AngebotGerätebudget ohne MontageGeeignet als

Infrarotheizung

Herstellerbeispiel: 299–599 € brutto (300–1.100 W)

6 Geräte dieser Serie: 1.794–3.594 € rechnerisch

Raumheizung nach Heizlast- und Zulässigkeitsprüfung

Flächenspeicherheizung

Modellabhängig, Angebot einholen

Anzahl × konkreter Gerätepreis

Ergänzung, selten genutzte Räume

Konvektor / Radiator

Modellabhängig, Angebot einholen

Anzahl × konkreter Gerätepreis

Übergangslösung, einzelne Räume

Elektrische Fußbodenheizung

Angebot je beheiztem m²

Tatsächlich belegte Fläche × Systempreis

Zum Beispiel Zusatzwärme im Bad

Nachtspeicherheizung

Leistungs- und modellabhängig

Geräte, Steuerung und Elektroarbeiten anbieten lassen

Ersatz im Bestand nach Tarif- und Technikprüfung

Infrarotheizung: Gerätepreise und Ausstattung für 100 qm

Infrarotpaneele unterscheiden sich nach Leistung, Oberfläche und Steuerung. Ein konkret geprüftes Herstellerbeispiel ist die Serie Citara T RX: Die Bruttopreise liegen bei 299 € für 300 Watt und 599 € für 1.100 Watt; der zugehörige Funkthermostat ist separat erhältlich. Sechs Paneele dieser Serie kosten rechnerisch 1.794 bis 3.594 €, je nach gewählten Modellen. Das ist nur ein Stückpreisbeispiel: Der Hersteller kennzeichnet diese Serie als Gerät für gut isolierte Räume oder gelegentlichen Gebrauch, nicht als Hauptheizung. Für eine dauerhafte Hauptheizung muss ein dafür geeignetes System geplant werden. Bei unseren beiden passend geplanten Modellausstattungen landest du bei 3.500 beziehungsweise 4.800 € für die Geräte: das erste Budget am unteren Ende dieses Vergleichs, das zweite am oberen. Diese Budgets sind keine Angebote. Vergleiche Gesamtleistung, Regelung, Befestigung und Lieferumfang, nicht nur Stückpreise.

Flächenspeicher, Konvektor und Radiator

Flächenspeicherheizungen speichern einen Teil der erzeugten Wärme in einem Kern und geben sie zeitversetzt ab. Je nach Modell decken Leistungen und Regelung unterschiedliche Heizanforderungen ab; Speichermaterial und Geräteleistung sind modellabhängig. Lasse dir die benötigten Geräte konkret anbieten. Konvektoren erwärmen Luft durch Konvektion, Radiatoren geben Wärme durch Konvektion und Strahlung ab. Sie können als Zusatzheizung dienen, sind aber nicht allein wegen der Wärmeabgabeart sparsamer. Auch bei Infrarotpaneelen geht beim Lüften Wärme verloren. Entscheidend für den Heizstromverbrauch bleiben der Wärmebedarf und die eingestellte Raumtemperatur. Die Verbraucherzentrale erläutert, warum die Wärmeabgabeart allein keine hohe Stromersparnis beweist.

Elektrische Fußbodenheizung und Nachtspeicher

Bei einer elektrischen Fußbodenheizung brauchst du ein Angebot für Heizmatten oder Heizkabel und die Regelung. Verlegung und Bodenaufbau kommen dazu, falls sie nicht enthalten sind. Kalkuliere mit der tatsächlich belegbaren Heizfläche, nicht automatisch mit allen 100 qm Wohnfläche. Sie kann etwa im Bad zusätzliche Wärme liefern. Neue Nachtspeichergeräte benötigen zudem eine passende Aufladesteuerung und geeignete Anschlüsse. Ob sich ein Austausch lohnt, hängt auch vom verfügbaren Heizstromtarif und dessen Grundpreis ab; günstiger Nachtstrom ist weder überall verfügbar noch generell abgeschafft.

Montage und Anschluss: Das kostet der Elektriker

Bei der Montage gibt es zwei Fälle: Steckerfertige Geräte kannst du nach Herstelleranleitung selbst befestigen; fest verdrahtete Anschlüsse gehören in Profihand. Als Rechenrahmen für fünf Räume setzen wir 100 bis 200 € pro Raum für Montage und Festanschluss, 50 bis 200 € pro Raum für Thermostate und 25 € Montagematerial für jedes von sechs Geräten an. Damit summiert sich das auf 900 bis 2.150 €. Diese Beträge sind Budgetannahmen, keine geprüften regionalen Stundensätze. Neue Leitungen, Verteilerarbeiten, Anfahrt und gegebenenfalls zusätzliche Befestigungsarbeiten müssen im Angebot separat ausgewiesen sein.

Was du selbst montieren kannst

Steckerfertige Infrarotpaneele gibt es mit Schukostecker. Aufhängen, einstecken, heizen: Das funktioniert nur, wenn Montageort, Befestigung, Sicherheitsabstände, Thermostat und vorhandener Stromkreis zum Gerät passen. Befolge die Herstelleranleitung und prüfe vor dem Bohren den Leitungsverlauf. Bei mehreren Heizgeräten lass die Belastbarkeit der Installation prüfen. Eigenmontage kann Befestigungsarbeiten sparen, ersetzt aber keine nötigen Elektroarbeiten oder die fachgerechte Heizplanung.

Wann ein neuer Stromkreis nötig ist

Fest verdrahtete Heizkörper, verkabelte Thermostate und neue Stromkreise sind Eingriffe in die Festinstallation. Beauftrage dafür ein im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragenes Installationsunternehmen nach § 13 NAV. Ein neuer Stromkreis kann nötig werden, wenn mehrere leistungsstarke Paneele an derselben Leitung hängen würden und diese für die Zusatzlast nicht geeignet ist. 230 Volt mal 16 Ampere ergeben rechnerisch 3.680 Watt; das ist keine Freigabe, eine beliebige Steckdose oder Leitung dauerhaft so zu belasten. Weitere Verbraucher, Verlegeart und Schutzmaßnahmen müssen mitgeprüft werden. Bei hoher Gesamtleistung plant der Fachbetrieb die Verteilung auf geeignete Stromkreise und prüft die Anforderungen des Netzbetreibers.

PostenKosten

Wandmontage pro Paneel durch den Elektriker

50–150 € je Paneel, Budgetannahme; alternativ zur Raumposition

Montage und Festanschluss, pro Raum

100–200 € je Raum, Budgetannahme

Thermostate pro Raum, Budgetannahme

50–200 €

Montagematerial pro Gerät

25 € je Gerät, Budgetannahme

Modell: 5 Räume und 6 Geräte, inkl. Thermostate und Material

900–2.150 €, ohne neue Stromkreise

Für Festanschluss, Thermostate und neue Stromkreise lohnt der Vergleich mehrerer Angebote: Über Listando findest du Elektriker aus deiner Region mit Bewertungen. Frage mehrere Betriebe nach einem aufgeschlüsselten Gesamtangebot für alle Räume in einem Termin; das kann zusätzliche Anfahrten sparen. Was Elektriker generell verlangen, zeigt unser Ratgeber zu Elektriker-Stundensätzen im Detail. Eine Abgrenzung noch: Der Ausbau alter Nachtspeichergeräte ist ein eigenes Thema mit eigenen Kosten und bleibt in diesem Ratgeber außen vor.

Stromverbrauch und Betriebskosten: So viel zahlst du pro Jahr

Die Stromkosten können über mehrere Heizperioden zum größten Kostenblock werden. Mit angenommenen 6.000 bis 12.000 kWh Jahresverbrauch und 37 Cent pro kWh ergeben sich für 100 qm 2.220 bis 4.440 € pro Jahr. Das ist ein Rechenbereich, keine Verbrauchsprognose für eine bestimmte Gebäudeklasse.

Die Rechenformel für deine Stromkosten

Die Rechnung ist simpel: Wohnfläche mal jährlichem Wärmebedarf pro Quadratmeter mal Strompreis. Für die folgenden Modelle nehmen wir 60 bis 120 kWh pro qm und Jahr sowie einen Brutto-Arbeitspreis von 37 Cent pro kWh an. Das ergibt für 100 qm 6.000 bis 12.000 kWh und 2.220 bis 4.440 € Heizstrom pro Jahr. Die Werte sind keine bestätigten 2026-Durchschnittspreise und keine feste Zuordnung zu Neubau oder Altbau. Der reale Bedarf kann auch außerhalb dieses Bereichs liegen. Eine elektrische Direktheizung liefert aus einer kWh Strom ungefähr eine kWh Raumwärme. Ein Gerät mit 1.000 Watt Leistungsaufnahme verbraucht während einer vollen Stunde ununterbrochenen Heizbetriebs 1 kWh; Thermostatpausen senken die tatsächliche Laufzeit.

Wärmebedarfsmodell, keine GebäudeklasseAngenommener Jahresbedarf für 100 qmHeizstromkosten bei angenommenen 37 ct/kWhPro Monat umgelegt

60 kWh je qm und Jahr

ca. 6.000 kWh

ca. 2.220 €

ca. 185 €

80–100 kWh je qm und Jahr

8.000–10.000 kWh

2.960–3.700 €

ca. 247–308 €

110–120 kWh je qm und Jahr

11.000–12.000 kWh

4.070–4.440 €

ca. 339–370 €

Monatliche Kosten in der Heizsaison

Aufs Jahr umgelegt sind die Modellkosten 185 bis 370 € pro Monat. Der Heizstromverbrauch konzentriert sich auf die Heizsaison; einzelne Wintermonate können deshalb erheblich teurer sein als dieser Mittelwert. Ohne Heizbetrieb fällt kein Verbrauch für Raumwärme an, vereinbarte Grundpreise können aber weiterlaufen. Richte den Abschlag nach deinem erwarteten Gesamtverbrauch und Tarif aus, sonst wartet bei der Jahresabrechnung möglicherweise eine kräftige Nachzahlung.

Diese Faktoren bestimmen den Preis deiner Elektroheizung

Vier Faktoren entscheiden mit darüber, wo du mit deinen Kosten landest.

Dämmung und Heizbedarf

Der Dämmstandard fällt stärker ins Gewicht als eine kleine Preisdifferenz zwischen Paneelen. Im Rechenvergleich von 60 und 120 kWh Wärmebedarf pro qm und Jahr verdoppelt sich der Verbrauch: Bei 100 qm und 37 Cent pro kWh sind das 2.220 statt 4.440 € pro Jahr. Über zehn Jahre mit unverändertem Verbrauch und Strompreis ergibt sich ein Unterschied von 22.200 €. Diese Modellwerte ersetzen keine Berechnung für dein Gebäude, zeigen aber, warum auch die laufenden Kosten in den Vergleich gehören.

Gerätetyp und Design

Beim Gerätetyp und Design lohnt sich der Preisvergleich. Vergleiche Modelle mit passender Leistung, Regelung und Lieferumfang: Eine teurere Glas- oder Spiegeloberfläche bedeutet nicht automatisch weniger Stromverbrauch. Im angenommenen Vergleich eines Standardpaneels für 400 € mit einer Designvariante für 800 € liegt der Anschaffungspreis 400 € auseinander. Das ist ein Rechenbeispiel, keine allgemeine Preisdifferenz zwischen Bauarten.

Stromtarif und Steuerung

Der Stromtarif spreizt die Jahreskosten deutlich: Bei angenommenen Arbeitspreisen von 23 und 40 Cent pro kWh liegt der Unterschied für 10.000 kWh bei 1.700 € pro Jahr. Ob solche Tarife für dich verfügbar sind, musst du aktuell prüfen; Grundpreise, Preisgarantien und Zählerkosten gehören mit in den Vergleich. Programmierbare Thermostate passen die Solltemperatur an Tageszeiten und Nutzung an. Das Schlafzimmer muss tagsüber nicht auf 21 Grad beheizt werden; im Bad lässt sich eine höhere Temperatur gezielt für die Nutzungszeiten vorsehen.

Ein Kostenfaktor, der erst beim Vor-Ort-Termin auffallen kann: Leitungen, Absicherung und Verteiler müssen zur zusätzlichen Anschlussleistung passen. Das Baujahr allein entscheidet nicht über ihre Eignung. Falls der Fachbetrieb Mängel oder eine zu geringe Belastbarkeit feststellt, musst du Teile der Elektrik erneuern lassen , bevor die Heizung ans Netz geht. Lass den nötigen Umfang und die Kosten vor dem Gerätekauf klären.

Beispielrechnung: Elektroheizung für eine 100-qm-Wohnung

Zwei durchgerechnete Szenarien zeigen, was im ersten Jahr bei den jeweiligen Annahmen zusammenkommt. Die Budgets sind Beispiele, keine eingeholten Angebote; die tatsächlich nötige Leistung und der Jahresbedarf müssen zuvor fachlich ermittelt werden.

Szenario 1: 100 qm mit niedrigerem Modellbedarf

Für die erste 100-qm-Modellwohnung nehmen wir an: Sie kommt mit 6 Infrarotpaneelen aus, die passend ausgelegt sind und zusammen 3.500 € kosten. Für Montage, Festanschluss, Thermostate und Material in fünf Räumen setzen wir 900 € an. Bei einem angenommenen Jahresverbrauch von 6.000 kWh und 37 Cent pro kWh entstehen 2.220 € Heizstromkosten.

PostenKosten

Geräte-Anschaffung (6 Infrarotpaneele)

3.500 €

Montage und Thermostate

900 €

Stromkosten Jahr 1

2.220 €

Gesamtkosten Jahr 1

ca. 6.620 €

Ab dem zweiten Jahr entfallen im Modell die einmaligen Anschaffungskosten. Bei unveränderten Annahmen bleiben 2.220 € Heizstrom pro Jahr; mögliche Reparaturen und zusätzliche laufende Gebühren kommen hinzu. Eigene PV kann den Netzbezug senken, macht die Wärme aber nicht kostenlos: Investition, Betrieb und entgangene Einspeisevergütung gehören zum Vergleich. Für den Winter ist weiterhin Netzstrom einzuplanen.

Szenario 2: 100 qm mit höherem Modellbedarf

Für die zweite 100-qm-Modellwohnung setzen wir eine passend geplante Ausstattung mit sechs Geräten für 4.800 € sowie 1.100 € für Montage, Festanschluss, Thermostate und Material an. Bei angenommenen 10.000 kWh Jahresverbrauch und 37 Cent pro kWh ergeben sich 3.700 € Heizstromkosten. Ein höherer Bedarf oder ein anderer Tarif verändert die Rechnung entsprechend.

PostenKosten

Geräte-Anschaffung (Paneele und Flächenspeicher)

4.800 €

Montage und Thermostate

1.100 €

Stromkosten Jahr 1

3.700 €

Gesamtkosten Jahr 1

ca. 9.600 €

Hier zeigt sich die Schwäche des Systems: Unter den gleichen Annahmen fallen jedes Jahr aufs Neue 3.700 € Heizstromkosten an. Bei seltenem Heizbetrieb können die Jahreskosten geringer sein. Für eine Dauerlösung solltest du die gesamten Kosten über mehrere Jahre mit Alternativen vergleichen, statt nur auf den Einbaupreis zu schauen.

Elektroheizung oder Wärmepumpe: Was rechnet sich bei 100 qm?

Beim Einbaupreis gewinnt die Elektroheizung nicht automatisch: Unsere beiden Beispiele kosten zunächst 4.400 beziehungsweise 5.900 € für Geräte und Montage; die Investition in eine Wärmepumpe hängt unter anderem von System, Wärmeverteilung und nötigen Umbauten ab. Im Betrieb kehrt sich das Verhältnis um, wenn die Wärmepumpe eine Jahresarbeitszahl von 3 erreicht: Sie liefert dann drei kWh Wärme je kWh Strom, eine Direktheizung ungefähr eine. Bei gleichem Wärmebedarf und Arbeitspreis benötigt die Wärmepumpe im Modell daher nur ein Drittel des Heizstroms. Die tatsächliche Jahresarbeitszahl hängt von Anlage und Gebäude ab.

KriteriumElektroheizung (100 qm)Wärmepumpe

Anschaffung inkl. Montage

4.400 bzw. 5.900 € in den beiden Beispielen

Projektangebot einschließlich Umbauten nötig

Stromkosten pro Jahr

2.220 bzw. 3.700 € in den beiden Beispielen

740 bzw. ca. 1.233 € im Modell mit JAZ 3 und gleichem Tarif

Wartung

Wenig mechanischer Wartungsaufwand; Prüfungen und Reparaturen möglich

Nach Herstelleranforderungen einplanen

Geeignet für

Niedriger Bedarf oder begrenzte Nutzung; Zulässigkeit separat prüfen

Auch als Hauptheizung prüfen; passend auslegen und Standort beachten

Die Empfehlung nach Nutzungsprofil: Prüfe eine Elektroheizung vor allem für einen niedrigen Wärmebedarf oder eine zeitlich begrenzte Nutzung. Eine PV-Anlage allein macht sie nicht wirtschaftlich. Im dauerhaft beheizten Gebäude mit hohem Bedarf können die Stromkosten über Jahre stark ins Gewicht fallen. Vor einem Einbau im Wohngebäudebestand ist außerdem § 46 des seit Juli 2026 geltenden Gebäudemodernisierungsgesetzes zu prüfen: Grundsätzlich muss der bauliche Wärmeschutz die Anforderungen nach §§ 16 und 19 um mindestens 30 Prozent unterschreiten. Ausgenommen sind Gebäude mit höchstens zwei Wohnungen, wenn der Eigentümer eine davon selbst bewohnt, sowie der Austausch einer bestehenden Einzelraum-Stromdirektheizung. Lass die für dein Vorhaben geltenden Nachweise und sonstigen Gebäudeanforderungen vor Auftragserteilung klären.

Bei der Elektroheizung sparen: So senkst du Anschaffung und Betrieb

An diesen Hebeln kannst du Kosten senken, ohne auf eine angemessene Raumtemperatur zu verzichten:

  • Stromtarif vergleichen: Ein angenommener Wechsel von 37 auf 23 Cent pro kWh spart bei 10.000 kWh jährlich 1.400 € beim Arbeitspreis. Prüfe verfügbare Angebote einschließlich Grundpreis und möglicher Zusatzkosten, statt diese Werte als zugesagten Tarif zu betrachten.
  • Zonen gezielt heizen: Programmierbare Thermostate passen die Solltemperatur an die Nutzung einzelner Räume an und senken sie in weniger genutzten Räumen angemessen ab. Zu starke Abkühlung kann Feuchteprobleme begünstigen.
  • Standardpaneele statt Design: Vergleiche Geräte mit passender Leistung und Regelung. Im angenommenen Beispiel von 400 € für ein Standardpaneel und 800 € für eine Designvariante sparst du 400 € bei der Anschaffung; ein allgemeiner Sparbetrag lässt sich daraus nicht ableiten.
  • Selbst aufhängen: Befestige geeignete steckerfertige Paneele nach Herstelleranleitung. Dadurch können Montagekosten entfallen, sofern Wand, Befestigung und Sicherheitsabstände passen. Festanschlüsse und Änderungen an Stromkreisen bleiben Sache des eingetragenen Installationsunternehmens; auch bestehende Anschlüsse müssen die zusätzliche Belastung sicher bewältigen.

Eigener Solarstrom kann die Stromrechnung senken, wenn die Heizung ihn tatsächlich nutzt und dadurch Netzbezug ersetzt. Eine reine Jahresbilanz reicht dafür nicht: Im Winter ist der Heizbedarf hoch, während PV weniger erzeugt. Anschaffung und Betrieb der PV-Anlage sowie entgangene Einspeisevergütung sind ebenfalls Kosten. Eine kleine Anlage ersetzt daher keine gesicherte Winterversorgung. Was die Einstiegsvariante kostet, liest du im Ratgeber Balkonkraftwerk installieren lassen .

Bevor du bestellst, lass deine Hausinstallation und die rechtlichen Voraussetzungen prüfen. Der Fachbetrieb klärt, ob Leitungen und Verteilerkasten die Zusatzlast tragen können und ob zusätzliche Arbeiten nötig sind. Hole ein aufgeschlüsseltes Angebot für Montage, Festanschluss, Thermostate, Material und Prüfung ein. Eine gebündelte Vergabe kann Wege sparen; der günstigste Gesamtpreis ergibt sich erst aus vergleichbaren Angeboten.

Häufige Fragen zu Elektroheizung-Kosten für 100 qm

  • Was kostet eine Elektroheizung für 100 qm im Monat?

    In den Modellen mit 6.000 bis 12.000 kWh jährlichem Heizstromverbrauch und einem angenommenen Arbeitspreis von 37 Cent pro kWh sind es im Jahresmittel 185 bis 370 € pro Monat. Das ist keine feste Neubau- oder Altbauprognose. Wintermonate können teurer ausfallen. Ohne Heizbetrieb fällt kein Raumheizverbrauch an; Grundpreise, Haushaltsstrom und Warmwasser sind dabei nicht mitgerechnet.

  • Wie viel Watt braucht eine Elektroheizung für 100 qm?

    Die nötige Leistung muss raumweise nach der Heizlast ausgelegt werden. Eine Flächenfaustregel ersetzt diese Berechnung nicht. Rein rechnerisch entsprechen angenommene 60 bis 100 Watt pro qm bei 100 qm insgesamt 6.000 bis 10.000 Watt, doch dein Gebäude kann deutlich davon abweichen. Die Zahl der Geräte richtet sich nach der Raumaufteilung und den einzelnen Leistungsgrößen. Dimensioniere lieber passend als zu knapp: Eine zu geringe Heizleistung kann bei kaltem Wetter trotz Dauerbetrieb nicht genügen.

  • Kann ich eine Infrarotheizung selbst anschließen?

    Geeignete steckerfertige Paneele kannst du nach Herstelleranleitung selbst befestigen und an einen dafür geeigneten vorhandenen Anschluss anschließen. Sicherheitsabstände, Befestigung und Belastbarkeit müssen passen. Das ist keine Formalie: Für neue Stromkreise, Festanschlüsse und Änderungen am Verteiler beauftragst du nach § 13 NAV ein im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragenes Installationsunternehmen. Ein Montagepreis lässt sich erst nach Prüfung des Umfangs nennen. Den Versicherungsschutz solltest du anhand der Vertragsbedingungen klären, statt eine pauschale Leistungszusage oder einen automatischen Leistungsausschluss anzunehmen.

  • Lohnt sich eine Elektroheizung als Hauptheizung für 100 qm?

    Eine Elektroheizung kann ein Gebäude technisch beheizen, wenn sie passend ausgelegt ist. Ob der Einbau zulässig und wirtschaftlich ist, muss davon getrennt geprüft werden. § 46 GModG verlangt im Wohngebäudebestand grundsätzlich einen um mindestens 30 Prozent besseren baulichen Wärmeschutz als nach §§ 16 und 19, mit Ausnahmen für selbst bewohnte Gebäude mit höchstens zwei Wohnungen und den Austausch einzelner vorhandener Stromdirektheizungen. Bei hohem Wärmebedarf solltest du besonders die laufenden Stromkosten mit Alternativen vergleichen. PV oder seltene Nutzung allein ersetzen diese Prüfung nicht. Ob ein anderes Heizsystem seinen höheren Anschaffungspreis über niedrigere Betriebskosten wieder hereinholt, hängt vom konkreten Kostenvergleich ab.

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Frederic Brandenstein

Geschrieben von Frederic Brandenstein

Staff Writer

Frederic bereichert Listando als Copywriter mit seiner Expertise in Preisfragen und schreibt begeistert über Themen wie Auto, Garten & Handwerk sowie Haus & Bau. Mit einem fundierten juristischen Hintergrund ist er auch ein Ass in Sachen Gesetze. In seiner Freizeit erkundet Frederic gerne die Natur, um neue Inspiration für seine informativen Artikel zu sammeln.